Archiv für Mai, 2010

In der Mitte

Freitag, 28. Mai 2010 at 9:14 am

„Da stehen die, die woanders keinen Platz gefunden haben oder zu faul sind, von da wegzugehen, wo man sie abgestellt hat. Von dort aus frönen sie der Ausgewogenheit und der gemässigten Anschauung, Fortschritt und Wachstum im Sinn, Ordnung und Besonnenheit im Herzen und derbe Kost im Bauche.

Und sie kämpfen für die Freiheit, und zwar für die, die s i e meinen. Die Mitte, das ist der Platz des ewigen Enkels, ein wahrhaft öder Ort, aber von anheimelnder Belanglosigkeit.“

Das Textlein ist nicht von mir sondern von Ulrich Roski, aber ganz in meinem Sinne!

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von eeva

Der Sommer beginnt

Sonntag, 23. Mai 2010 at 8:46 pm

„Du darfst die Füsse nicht mehr auf den Nachbarsstuhl legen, Anweisung vom Chef!“ meint etwas verlegen, meine Lieblingsservice-Frau in meiner Stammbeiz.
„Ich habe aber doch die Schuhe ausgezogen, es ist superschönes Wetter und ich habe das hier immer gemacht!“, meine ich, etwas gekränkt und fühle mich an die SBB erinnert. Wobei man in den Zügen die Füsse auf die Nachbarsbank legen darf, sofern die Schuhe entfernt oder eine Zeitung darunter platziert wird.
„Ich verstehe es auch nicht..“ sagt sie, „abgesehen davon hätte er es dir ja auch selber sagen können!“
Eigentlich ist es ja nicht ungewöhnliches für diese, ich sag mal „Bünzlibeiz“. Das kennen wir ja schon von Jahren zurück. Nur, dass damals noch der ängstliche Schweizer-Wirt drauf war, und sich im Endeffekt dann wieder beruhigt und in der Folge ein Auge zugedrückt hat, waren wir doch schon seit jeher seine Stammgäste.
Aber jetzt ist der Beizer der nette Mann aus der Türkei, der sich bis anhin trotz komplett überrissener Preise für mittelmässige Speisen immer entgegenkommend und angenehm verhalten hat. Dafür habe ich jeweils im Sommer beträchtlich viel Kohle in Form von Kaffee, Glacé, Süss- und sonstigen Getränken liegen lassen und auch hi und da seine teuren Menues verzehrt und ihn verteidigt, wenn sich wiedermal jemand beklagt hat.
Hat die Stadt, die sich selber Kaufstadt nennt, nun auch ihn erreicht mit ihren langweiligen Forderungen nach Gleichbrei und Ordnungswahn, oder nagt an ihm die Angst vor der Tatsache, dass er, will er an seinem grössenwahnsinnigen Standard festhalten, der Pleitegeier einholen wird?
Wie auch immer, ich bin entäuscht. Entäuschte Gäste sind gefährliche Gäste. Zumal ich immer mit mir auch noch ein ganzes Trüpplein Freunde mitgebracht habe und es nun sicher nicht mehr tun werde.
Ein einfaches Gesetz, lieber Mann, welches du nicht begriffen hast: das von der Toleranz. Schade. Ich habe gedacht, dass das was du an Intoleranz erfahren hast, dich schlauer gemacht hätte. Ist aber nicht so.
Naja, es gibt ja auch noch andere Sonnenplätze, nicht wahr?

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von eeva
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