Gedanken über globales Fühlen

alte türe

Ich bin wieder hier, zurück nach drei Monaten Marokko! Zuerst fühle ich keinerlei Andock-Schwierigkeiten, ich bin zuhause, normal.
Einziges Anklimatisierungsproblem zeigt sich beim Rausgehen!
Geht noch nicht. Langsam und schnell zu gleich vergehen die Tage, Zeit ist unwichtig, ich träume. Oder besser, es träumt mich.
Alles scheint wie immer, wird aber immer wieder durchzogen mit glänzenden Fäden von Erinnerung an eine Welt der Gerüche, Geräusche, Szenerien, die so ganz anders wie die unsere ist. Mein Sohn hatte so treffend seinen Kulturschock in Marokko niedergeschrieben und die Überwindung des selben durch Begreifen, dass die Leute da auch glücklich sind und einfach leben. Und vor allem dass er sich anders einstellen muss, auf die Landesfrequenz quasi, um ebenfalls glücklich zu sein.
Für mich stellt sich nun aber eher die Frage, wie richte ich mich wieder nach hier aus. Mit dem Schatz an Gesehenem und Erfahrenem hat sich die innere Sicht verändert. Nur kurze drei Monate bin ich eingetaucht in ein anderes Zeitempfinden, eines „Way of“s , welches ich immer noch nicht durchleuchtet habe. Nicht dass ich unter Ungeduld gelitten hätte, da war eher immer wieder bares Erstaunen, wie die Dinge laufen und abgewickelt werden. Die arabische Sprache zum Beispiel liest sich von rechts nach links, Bücher öffnen sich folgerichtig von links nach rechts, Silben in einem Wort sind zweit oder schlussbetont, ein wichtiges Gespräch zweier Geschäftspartner beginnt mit dem für uns 2. Teil, dem weniger wichtigen Teil des Inhalts. Alles scheint umgekehrt. Marokanische Kinder müssen übrigens in der Schule relativ früh zum Arabischen hin auch noch französisch lernen mit entsprechend anderer Schrift und entgegengesetzter Schreibweise. Im Gegensatz dazu lernen wir hier unsere Landersprache „französisch“ eher sehr spät . Und sicher nicht in anderen Schriftzeichen!

Drei Monate in Marokko um nur einen winzigen Teil all dieser Eigenarten zu verstehen. Aber auch um zu ahnen, wie Menschen sich fühlen, die aus einem komplett anderen Umfeld zu uns in die Schweiz kommen um hier ein neues Leben an zu fangen, aus welchen Gründen auch immer. Dieses Recht haben wir hier in Europa jederzeit und nutzen es auch. Ich habe einige Auswanderer aus Europa in Marokko angetroffen, es wird allerdings ein anderer Standard gelebt, man kommt ja aus Europa!
Die Zusammenhänge und Gründe, warum so viele Menschen von zu nehmend arabischen Ländern in die Schweiz einwandern, sollten dringend und ohne Schuldzuweisung oder Fremdenangst beleuchtet und begriffen werden. Auch und vor allem in unseren Schulen. Die fremde Kultur sollte thematisch behandelt und unsere Leute hier entsprechend geschult werden, um das Verständnis durch mitfühlende Begleitung auf beiden Seiten zu stärken. Mein Vorschlag wäre, alle Lehrpersonen obligatorisch in die Herkunftsländer ihres jungen Klientels und deren Familien zu schicken. Nur für ein paar Monate. Statt hier arrogant auf bedingungslose Assimilation zu pochen. Wir meinen, wir würden hier global denken und handeln, tun es aber nur scheinhalber, ohne wirklichen Rechte, wir lassen uns wie Marionetten spielen von einem wirtschaftsorientierten, menschenignorierenden System, dessen Informationen und Gesetzen wir immer noch blind vertrauen. Wir lassen uns emotional aufwühlen und einlullen, wie es grade wichtig ist, damit alle weiterhin im Wohlstand suhlen, was auch immer „alle“ für den einzelnen bedeuten mag…
In Marokko gibt man sich bei der Begrüssung die Hand, um gleich danach mit der Handinnenfläche sein Herz kurz zu berühren. Finde ich gut. Sollten wir sofort übernehmen. Die marokanischen Kinder haben auf die Frage wo Hass im Körper angesiedelt ist, auf den Kopf getippt und bei der Frage, wo wohl die Liebe und Freundschaft sich physisch befinden mögen, ans Herz.
Wäre schön, wenn die Beiden, Kopf und Herz wieder richtig gleichberechtigt zusammenarbeiten könnten. Herz denkt und fühlt nämlich global. Fragt mal in der Neuro-Kardiologie nach, eher ein neuer wissenschaftlicher Zweig, aber, die Entdeckungen sind bahnbrechend, würden sie voll angenommen, müsste sich die ganze Gesellschaft rapide schnell ändern!
Schliesslich will keiner eine Batterie für ein seelenfressendes System sein, unsere Energien sollen in ein anderes einfliessen: In ein System der Indiviudalität und der Bewusstseinsentwicklung, der  Liebe und der Fürsorge für alles Lebendige. Und dies nicht nur innerhalb unserer Grenzen.


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