{"id":122,"date":"2008-09-07T02:31:13","date_gmt":"2008-09-07T00:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.szeszak.ch\/wordpress\/?p=122"},"modified":"2008-09-24T17:35:29","modified_gmt":"2008-09-24T15:35:29","slug":"gleichbrei-2-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.szeszak.ch\/?p=122","title":{"rendered":"Gleichbrei, 2. Teil"},"content":{"rendered":"<p><!--StartFragment--><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\"><a href=\"https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/schafe.gif\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-121\" title=\"schafe\" src=\"https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/schafe-300x212.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/schafe-300x212.gif 300w, https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/schafe.gif 420w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">Wieder einmal mehr staune ich \u00fcber die schafsartige Geduld und Gen\u00fcgsamkeit der Bev\u00f6lkerung, wenn im St\u00e4dtchen XY gefeiert wird. Das hi und da gefeiert werden muss, liegt in der Natur des Menschen, aber die Art und Weise hat sich drastisch ver\u00e4ndert. Ohne Geld muss der B\u00fcrger gar nicht mehr auf die Strasse, Stimmung kommt erst nach dem Genuss des \u00f6rtlichen Biers auf.<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\"><!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Wo fr\u00fcher auf die ehemals heidnischen und fest im Volk verankerten Feierlichkeiten und Rituale die christlich-religi\u00f6sen Br\u00e4uche aufgepropft wurden, ver\u00e4ndert man heute genauso entschieden die kleinen aber feinen Gemeindeanl\u00e4sse zu gewinntr\u00e4chtigen Mega-events immer gleicher Art.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Der Mensch ist nur was wert, wenn er Geld anschafft, und auch nur dann ist ihm das Mitfeiern erlaubt. Kaufstadt XY feiert! Die Jugend darf ihr Sackgeld auf dem schweineteueren Lunapark ausgeben, und den Rest des Abends dekorativ rumh\u00e4ngen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Eigene Kultur fern von gewinntr\u00e4chtigen Anl\u00e4ssen zu produzieren, liegt somit so fern wie Timbuktu, man konsumiert auch Musik und Theater weitgehend von aussen.\u00a0Fremde Federn sehen auch toll aus!\u00a0Dass da eine phlegmatische \u201eIst mir doch egal\u201c-Stimmung aufkommt liegt auf der Hand. Schade f\u00fcr einen so spannenden Ort mit sovielen Nationalit\u00e4ten und Ethnien! Einer der sonnigsten St\u00e4dte in der Gegend f\u00fchrt ein kulturelles Schattendasein und bedient sich, wann immer m\u00f6glich der Ausrede, dass man ja Br\u00fccken schlage zum Ort XY im Nachbarsland, wo bedeutend mehr eigene, selbstkreierte Kultur stattfindet.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span> Im Stadtrat von XY ist man sich uneins. Nat\u00fcrlich hat man es gerne, wenn die Einwohner kreativ sind, solange kein kontinuierlicher Raum daf\u00fcr ben\u00f6tigt wird. Und wenn, soll das in der Kasse der Stadt sp\u00fcrbar werden. Abgesehen davon f\u00e4hrt man mit dem Engagieren professioneller Musik- und Theatergruppen besser, das zieht die Massen an. Pure Lust am Spielen, oder diese Lust gar zu f\u00f6rdern, wird h\u00f6chstens f\u00fcr die sich langweilende Jugend als sinnvoll betrachtet, und obliegt der Verantwortung und der freiwilligen Hingabe von idealistischen ewigpositiven Spinnern, deren Energie und Arbeit \u00fcber Jahre hinweg mit mildem L\u00e4cheln und einem Trinkgeld honoriert wird. Sie d\u00fcrfen sich dann, ebenso mit einem L\u00e4cheln, f\u00fcr diese Aufmerksamkeit dankbar zeigen und ab und zu den Kopf f\u00fcr ein Bild in die \u00f6rtliche Zeitung hinhalten. Nat\u00fcrlich l\u00e4chelnd.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Magerwiesen produzieren die sch\u00f6nsten Blumen. Stimmt.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Aber die gnadenlose \u00dcberd\u00fcngung mit konsumf\u00f6rdernden Events nimmt individuellen, kleinen nicht profitorientierten Anl\u00e4ssen &#8211; die lediglich dem dienen, was ein Fest eigentlich sein sollte, Begegnung und Austausch, Tanzen und Singen &#8211; den Lebensnerv. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Irgendwie mutieren wir, was kulturelle Nahrung angeht zu S\u00e4uglingen, denen am Besten alles gut vorgekaut verabreicht werden muss, und die vollkommen abh\u00e4ngig davon sind, wer ihnen zu essen gibt und welche Nahrung es ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Wie war das noch mit der Aussage der Stadtr\u00e4tin Hinze Kunzelmann:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>\u201eWir m\u00fcssen wieder deutlicher unsere Traditionen leben! Multikulti hatten wir in den vergangenen Jahren genug!\u201c Traditionen? Multikulti? Ich h\u00f6re da nur Geldklimpern und Notenrascheln und das Gegr\u00f6hle der Biertrinker (was ja immerhin schon sehr traditionell ist, wenn man davon absieht, dass die Brauerei im Ort auch irgendwelchen Ausl\u00e4ndern geh\u00f6rt).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Dann schon lieber die Stadtr\u00e4tin Inte Grations-M\u00fchen aus der selben Gemeinde, die in ihrer diesj\u00e4hrigen 1.August-Rede zu bedenken gab, dass das st\u00e4dtische Leben in XY nicht mehr dasselbe wie fr\u00fcher sei, weil wir so viele verschiedenen Ethnien hier wohnen h\u00e4tten, und dieser Tatsache dringend ins Auge geblickt werden m\u00fcsse.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span> W\u00e4ren nicht gerade Feste f\u00fcr diesen Zweck ideal, wo man sich gegenseitig seine noch vorhandenen \u00a0Traditionen vorleben, -tanzen, -singen, -spielen k\u00f6nnte? <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Solcherlei w\u00fcrde das Selbstbewusstsein, das Selbstwertgef\u00fchl und die Kreativit\u00e4t enorm steigern und die Stadt XY h\u00e4tte endlich interessierte, offene und mitdenkende B\u00fcrger und nicht nur konsumabh\u00e4ngige, \u00e4ngstliche Schafe. <\/span><\/p>\n<p><!--EndFragment--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal mehr staune ich \u00fcber die schafsartige Geduld und Gen\u00fcgsamkeit der Bev\u00f6lkerung, wenn im St\u00e4dtchen XY gefeiert wird. 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