{"id":129,"date":"2008-11-04T08:30:02","date_gmt":"2008-11-04T06:30:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.szeszak.ch\/wordpress\/?p=129"},"modified":"2008-11-06T22:10:48","modified_gmt":"2008-11-06T20:10:48","slug":"frauen-im-lehrberuf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.szeszak.ch\/?p=129","title":{"rendered":"Frauen im Lehrberuf"},"content":{"rendered":"<p><!--StartFragment--><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText3\">In Zeiten der sogenannten Bildungsbaustelle, also der Anpassung des Schulsystems an die Aussenwelt, also Europa, ist es durchaus interessant, ein bisschen in der Mottenkiste der Schulgeschichte herumzust\u00f6bern..<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span><em>(aus dem Schulmuseum in Friedrichshafen am Bodensee)<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span><strong><em>Frauen im Lehrberuf<\/em><\/strong><\/span><span><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText2\" align=\"left\"><span><em>\u201eDie Frau ist der Berufsausbildung k\u00f6rperlich, geistig und nervlich nicht gewachsen. M\u00e4dchen, die mit 20 Jahren in bl\u00fchender Sch\u00f6nheit in das Amt treten, sehen schon nach einer Arbeit von 6-8 Jahren wie ganz verbl\u00fchte alte Jungfern aus. Im Alter von 30-35 Jahren, wenn der J\u00fcngling im Lehrberuf erst recht zu eben der durch ernste Studien und Vorarbeiten erlangten Kraft sich recht zu freuen beginnt, sind die Lehrerinnen oft bereits ganz gebrochen, nerv\u00f6s, leidend, best\u00e4ndig kr\u00e4nklich und erf\u00fcllen ihre Pflichten ohne Freudigkeit unter inneren Qualen. Mit 40 Jahren haben fast alle ohne Unterschied mit best\u00e4ndigem Siechtum zu k\u00e4mpfen, so dass ihr Leben von dieser Zeit an als ein im Grunde trauriges bezeichnet werden muss. (1898).<span>\u00a0 <\/span>Nur dem Manne geb\u00fchrt eine Stellung in der \u00d6ffentlichkeit.\u201eder Mann ist der Erhalter und Fortsetzer der Kultur. Alle Gebiete des \u00f6ffentlichen Lebens, die dem Kulturfortschritte dienen, sind sein T\u00e4tigkeitsbereich: mithin geh\u00f6rt ihm auch die Schule.\u201c (1916)<!--more--><br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\"><em>Der m\u00e4nnliche Lehrer ist geeigneter f\u00fcr die Erziehung von M\u00e4dchen \u201eda nur der Mann das Weib erziehen kann. Er weiss es besser als sie selbst, welche Eigenschaften ihm an ihr am besten gefallen, am w\u00fcnschenswertesten sind, welche die notwendigen Erg\u00e4nzungen seiner eigenen Natur bilden.\u201c (1896)<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\u00a0Diese kurze Abhandlung ist zwar aus Deutschland, aber durchaus auch f\u00fcr die Schweiz relevant gewesen. Heute sind in der Primarschule fast ausschliesslich Frauen beim Unterrichten anzutreffen, dies auch mit einigem Elan, trotz Kinderkriegen und Alleinerziehen. Nat\u00fcrlich haben sich gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse ge\u00e4ndert, das Frauenstimmrecht wurde eingef\u00fchrt, als eine der letzten L\u00e4nder in Europa \u00fcbrigens, genau wie das Bildungswesen jetzt. Mit der Umsetzung der gesetzlichen Gleichstellung sollten ja derart entmutigende Prognosen f\u00fcr 40j\u00e4hrige Frauen und die damals allgemeing\u00fcltigen Gewissheiten im Lehrberuf eigentlich der Vergangenheit angeh\u00f6ren. \u00c4usserlich kann ich dem freudvoll zustimmen. Die Frage ist, ob solch rigide Gedankenmuster sich auch innerlich auf beiden Seiten so schnell aufl\u00f6sen lassen. Es braucht eine gewisse Zeit um neue Spuren des Verhaltens und Denkens zu legen und zu festigen. Was die Erhalter und Fortsetzer der Kultur erreicht haben, soll keinesfalls nur in Frage gestellt werden. Die Gewichtung hin zu humanerem Lerntempo , lustvollerer Lernumgebung, zum gemeinsamen Mitdenken an aktuellen Problemen der Gesellschaft und zur F\u00f6rderung eigenst\u00e4ndigen Denkens bei beiden Geschlechtern ist aber unabdingbar, will man in Zukunft Menschen, die anpacken k\u00f6nnen, was Generationen vor ihnen als riesiges Problempacket hinterlassen haben.<\/p>\n<p><!--StartFragment--><\/p>\n<p><!--EndFragment--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Immer noch, scheint mir, ist die Arbeit der Lehrerinnen stark abh\u00e4ngig von intellektuellen<span>\u00a0 <\/span>und wirtschaftlichen Vorgaben, werden emotionelle, selbstbewusstseinst\u00e4rkende Lerninhalte ins Elternhaus oder Freizeit geschoben. Dabei reagieren Kinder aller Alterstufe in erster Linie auf begeisterte, fr\u00f6hliche Lehrpersonen, nehmen Inhalte \u00fcber Lust und Authenzit\u00e4t der Lernthemen eher auf und behalten sie besser.<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Grade im Hinblick auf kommende \u00c4nderungen, wie Eingangsstufe und Tagesschule muss auch das Selbstbewusstsein und die Sozialkompetenz der Lehrpersonen gest\u00e4rkt werden, dies am Besten bevor die \u00c4nderung festgelegt wird. Sonst wird man nur Unruhe, Misstrauen und Verwirrung ausl\u00f6sen. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Da hat sowohl Wirtschaft als auch Staat eine grosse Verantwortung, es ist nicht zeitgem\u00e4ss, weiterhin an starren Rollenbildern festzuhalten. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Wirklich aktuell w\u00e4re die Verlangsamung des Zeittempos, um Themen Platz zu schaffen, wie Selbstreflexion, Zusammenarbeit, Integrationsarbeit auf verschiedenen Ebenen und nat\u00fcrlich das Grundeinkommen. Weil der Mensch an sich gerne lebt und sich auch gerne einsetzt, wie uns die Kinder deutlich daran erinnern.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><!--EndFragment--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Zeiten der sogenannten Bildungsbaustelle, also der Anpassung des Schulsystems an die Aussenwelt, also Europa, ist es durchaus interessant, ein bisschen in der Mottenkiste der Schulgeschichte herumzust\u00f6bern.. 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