{"id":130,"date":"2009-07-27T23:48:54","date_gmt":"2009-07-27T21:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.szeszak.ch\/wordpress\/?p=130"},"modified":"2009-09-27T22:33:30","modified_gmt":"2009-09-27T20:33:30","slug":"gleichbrei-3teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.szeszak.ch\/?p=130","title":{"rendered":"Gleichbrei, 3.Teil"},"content":{"rendered":"<p>Begegnung in der Gem\u00fcseabteilung, Migros mit einer Kollegin, ebenfalls im Schulwesen t\u00e4tig.\u00a0Thema ist die Problematik der Jugend in der Schule, vor allem der ausl\u00e4ndischen Jugend.<br \/>\n\u201eWei\u00dft du,\u201c starte ich hoffnungsvoll, \u201ees ist einfach n\u00f6tig, den Jugendlichen Aufmerksamkeit und Platz einzur\u00e4umen!\u201c<\/p>\n<p><!--more--> \u201eAlso, ich finde ja,\u201c meint sie leicht abwehrend, \u201edie holen sich ja genug Aufmerksamkeit und Sonderleistungen, was soll man denn da noch tun?\u00a0Ich meine, ich kann ja verstehen, warum sich so viele Leute \u00e4ngstigen, ich meine es hat ja auch sehr viele Ausl\u00e4nder da ,wenn ich dann nicht mehr sagen kann, was ich will, oder sie sogar mitbestimmen&#8230;!\u201c<br \/>\nIch bin entgeistert. Das ist diese alte Leier mit der bald jeder halbwegs gesellschaftskritische Kabaretist seine Nummer anf\u00e4ngt.<br \/>\nVermutlich bin ich auch zu idealistisch. Ich glaube fest an den gesunden Menschenverstand und die Dringlichkeit der Information, um ein ganzes Bild von was zu bekommen.<br \/>\nImmerhin sorgt die Frau in ihrem Job daf\u00fcr, dass einige ausl\u00e4ndische Kinder die deutsche Sprache lernen und somit w\u00e4re der Zugang zu mehr Wissen und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die andere Mentalit\u00e4t und Kultur eigentlich gegeben.<br \/>\nWas also genau l\u00e4sst intelligente Menschen gemeinsam und schafartig h\u00f6chst abgedroschene S\u00e4tze formulieren, die zu einer noch abgedroscheneren Meinung f\u00fchren?\u00a0Die Sicherheit lieber eine h\u00f6chstzweifelhafte Anschauung mit vielen zu haben, als seine ureigene, durch offene Augen und Sinne erlangte, alleine?<\/p>\n<p>In unserer Stadt leben bis zu 80 verschiedene Nationalit\u00e4ten und Ethnien und das Jahresthema heisst: \u201eGeschichte schreibt Geschichten\u201c.<br \/>\nNein, ich hab nichts dagegen zum 100-Mal die haarstr\u00e4ubend interessante Geschichte der Geiss zu durchleben, mit der das Kaff anscheinend die Schweden vertrieb, auch wenn diese in Wahrheit unspektakul\u00e4rerweise den Ort gar nicht tangiert haben und die Story sich sowieso, mit varierendem Vieh, in ganz Deutschland wiederholt. Aber ich hab auch nichts daf\u00fcr. Es l\u00f6st eine tiefe Langeweile aus.<br \/>\nOrt im romantizierten Vergangenheitsstatusquo.<br \/>\nIn der Zwischenzeit haben in mehreren Kneipen und L\u00e4den balkanische Betreiber \u00fcbernommen, freundliche angenehme, unauf\u00e4llige Menschen die mit Nachdruck und Jammerfreiheit ihrem Gesch\u00e4ft nachgehen.<br \/>\nBis anhin assimiliert, aber nicht integriert. Allzu unhelvetisch solls nicht daherkommen, wir haben schliesslich Traditionen&#8230;und an die klammern wir uns trotz helvetischem Geburtenr\u00fcckgang, Wirtschaftskrise und Schulbaustelle.<br \/>\nAbgesehen davon scheint mir die einzige Tradition vorort, in immer den selben alten K\u00fcchen mit immer den selben faden Zutaten zu kochen.<\/p>\n<p>Wenn der Kopf gemeinsam in den Sand gesteckt wird, hat jeder Sand in den Augen. Sinnigerweise jammert man eher \u00fcber den Sand in den Augen, als \u00fcber die Tatsache den Kopf darin zu haben.<\/p>\n<p>Douglas Adams schreibt in seinem Buch: Machts gut und danke f\u00fcr den Fisch\u201c:<br \/>\n\u201eVor mehr als 2000 Jahren wurde ein Mann gekreuzigt, nur weil er den Leuten verk\u00fcndete, sie k\u00f6nnten doch zur Abwechslung mal alle nett zu einander sein.\u201c<\/p>\n<p>Wir Schweizer sind ja schrecklich nett, wir haben die Nettigkeit fast gefressen.<br \/>\nDarum gibt\u2019s bei uns auch eher \u201eRassismus light\u201c. Nicht ganz so hart, aber nachhaltig. Nicht? Irgendwo h\u00f6rt die Liebe n\u00e4mlich auf, Jesus hin oder her.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begegnung in der Gem\u00fcseabteilung, Migros mit einer Kollegin, ebenfalls im Schulwesen t\u00e4tig.\u00a0Thema ist die Problematik der Jugend in der Schule, vor allem der ausl\u00e4ndischen Jugend. \u201eWei\u00dft du,\u201c starte ich hoffnungsvoll, \u201ees ist einfach n\u00f6tig, den Jugendlichen Aufmerksamkeit und Platz einzur\u00e4umen!\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/130"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=130"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":136,"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/130\/revisions\/136"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.szeszak.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}