{"id":157,"date":"2010-10-21T22:57:46","date_gmt":"2010-10-21T20:57:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.szeszak.ch\/wordpress\/?p=157"},"modified":"2010-10-21T23:03:45","modified_gmt":"2010-10-21T21:03:45","slug":"schaem-taman-oder-hasab-hafak-marokko-live","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.szeszak.ch\/?p=157","title":{"rendered":"&#8222;Sch\u00e4m taman oder Hasab \u00a0Hafak?&#8220; Marokko, live!"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Reisebericht enstand aus dem Verarbeitungsprozess meines Sohnes <strong>Janne Wetzel<\/strong> w\u00e4hrend einer gemeinsamen Woche in Marokko! Viel Vergn\u00fcgen!<\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4m taman oder Hasab \u00a0Hafak?<\/strong><\/p>\n<p>Nach nun dem 3. Tag in Marokko und der \u00dcberwindung von etwa 126 (!) Kulturschocks, befand ich mich in einem, nennen wir es maroden , klapprigen Taxi (einem uralten Mercedes) und dies zu sechst.\u00a0Nicht ganz erwartet, regnete es seit zwei Tagen und dies auch im Inneren des Taxis!\u00a0Sehr unterhaltsam war der Scheibenwischer \u00a0welcher wichtig aussehend vor der Scheibe wedelte, diese aber kaum ber\u00fchrte und folgerichtig dem Fahrer eigentlich nebst dem Regen eine weitere Sichtbehinderung an der Scheibe besch\u00e4hrte.\u00a0Der werte Herr fuhr mit 100 \u00fcber die Ruckelpiste und es stank nach Benzin und Gummi.<!--more--><\/p>\n<p>Gestern war ich mit Ilyass nachts unterwegs, um eine Djallaba zu kaufen, mit welchem man aussieht wie ein Yedi Ritter!\u00a0In Marokko gibt es haufenweise Yedis, so wollte auch ich \u201ethe good Side of the Force\u201c joinen! Das Geld wechselte fast ungesehen den Besitzer und genauso schnell wurde der Preis von 800 auf 200 gedr\u00fcckt. Glaub nie einem Marokkaner wenn er dir \u00fcbersetzt, was gerade gesprochen\/verhandelt wurde.<\/p>\n<p>Am ersten Abend fuhren wir mit komfortablen Auto nach Youssoufia&#8230;.\u00a0und wurden nach 1 Stunde von heftigem Nebel umh\u00fcllt, dies schien normal und der Fahrer gab trotz extremer Nullsicht weiter Gas. Sp\u00e4ter erfuhr ich, dass dies brennender M\u00fcll war, roch auch so, der Nebel. Unser Fahrer h\u00f6rte gem\u00fctliche Gebete und sprach&#8230;. Nichts. F\u00fcr 500 Diram wartet in Marokko ein Taxifahrer gerne 2 Stunden am Flughafen auf dich, f\u00e4hrt dich danach 500 Kilometer \u00fcbers Land und organisiert sich und den Passagieren auch noch Wasser, und dies\u00a0 in einer Gegend in welcher ich nur mit Buschmesser und Schutztruppen unterwegs sein w\u00fcrde. Sollte man in der Schweiz einf\u00fchren!\u00a0Nicht die Gebiete und die Schutztruppen, \u00a0nur die Taxileistungen und vorallem den Preis.<\/p>\n<p>Angekommen bei Iliass legte ich mich mit heftigen Kopfschmerzen \u00a0tot ins Bett und war froh, dass das Haus, bis auf die Dusche, welche ein Eimer mit Sch\u00f6pfer in einer Badewanne war, extrem gem\u00fctlich ist. Ich beschloss nicht zu duschen.<\/p>\n<p>Am Morgen Punkt 05.00 Uhr regul\u00e4re Ortszeit wurde ich aus dem Bett gebr\u00fcllt, obwohl ich vorher gewarnt wurde, knallte ich mit meinem Kopf gegen das halb offene Fenster und sank benommen wieder aufs Kissen zur\u00fcck. Ich lauschte dem Aufruf zum Gebet, welcher sich \u00fcber das ganze Land zog und war fasziniert. Ich versuchte wieder einzuschlafen und tr\u00e4umte lebhaft davon wieder nachhause zu fliegen. Zum Fr\u00fchst\u00fcck gabs Brot&#8230;. Mit \u00d6l. (teuerstes Argan-Oel! Anmerk.der Red.)<\/p>\n<p>Ich versuchte mein Training auch in Afrika fortzuf\u00fchren und ging mit Ahmet und Mohsein, als meine Bodyguards durch die Stadt joggen, wir wurden verst\u00e4ndnislos be\u00e4ugt, ich \u00e4ugte verst\u00e4ndnislos zur\u00fcck. Immer l\u00e4chelnd, das erschien mir wichtig. Als wir an einem etwas \u00e4rmlicheren Teil vorbei rannten, gingen Fenster auf und Leute blieben stehen, um dem exotischen Vogel mit iPhone und Nike plus zu bestaunen, \u201eSallaam\u201c rief ich, \u201eSalam\u201c rief es zur\u00fcck!<\/p>\n<p>Ich besuchte mit den Beiden so dann eine gut versteckte Kung Fu-Schule und durfte mir ansehen was ich f\u00fcr eine Schweizer Wurst war, die Jungs waren wahre Kampfmaschinen. Sallto und Kick? Kein Problem!<\/p>\n<p>\u201eMaintenant toi!\u201c \u201e\u00c4hm, moi? Oh,non, moi pas, je travailles en Bureau&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Die Jungs lachten vergn\u00fcgt \u00fcber mich wei\u00dfe Wurst und ich lachte mit. Ich wurde kurz in ein par Techniken eingef\u00fchrt und als \u201epas mal\u201c betitelt. Besser als Wurst, fand ich und war stolz. Als der Sensei, \u00a0die Schule betrat kam Hektik auf, und das vergn\u00fcgte Rumbl\u00f6deln stoppte unverz\u00fcglich. Der Sensei war etwa einen Kopf kleiner wie ich aber trainiert wie ein chinesischer Wasserb\u00fcffel und strahlte pures &#8222;ichbinBoss&#8220; aus.\u00a0Er freute sich jedoch sichtbar \u00fcber meine Anwesenheit und als er erfuhr, dass ich Schweizer war, zeigte er mir ein Foto auf welchem er mit Django, einem wohl sehr bekannten Schweizer Kung Fu-Meister zu sehen war. Er sagte mir als Verabschiedung &#8222;bienvenue toujours&#8220; ich \u201esallam-te\u201c ihn!<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter am Tag sa\u00dfen wir in einem Kaffee und tranken Limo, als uns ein kleiner Junge fragte, ob wir ihn adoptieren wollen, wir lehnten dankend ab, schlurften unsere Limo und sahen zu wie ein ultra knuffiger Restaurantbesitzer ihn weg, \u201eJalla-te\u201c.<\/p>\n<p>Nach dem n\u00e4chtlichen Djallabah kaufen (Obi Wan ke Janne) lie\u00dfen wir uns r\u00e4uchern, respektive wir mit unserem Fleisch und tranken Tee, geilen Tee, verdammt geilen Tee! Ich r\u00e4ucherte mich mit, und rauchte neben dem Grill Kent.<\/p>\n<p>Ilyass Familie habe ich ins Herz geschlossen, eine wunderbar lebendige Familie, die mich gerne zwischen durch segnete. Das Haus war ulkig gebaut, aber echt gem\u00fctlich, gross und liebevoll mit vielen Pflanzen verziert.<\/p>\n<p>Ilyass z\u00fcchtet Tauben, mit welchen ich mich gelegentlich \u00fcbers Wetter unterhielt. Diese zu besuchen ist halsbrecherisch, da die Leiter nur bis in die H\u00e4lfte reicht.<\/p>\n<p>Die Bescheidenheit der Menschen ist auffallend, und beindruckend. Ich f\u00fchlte mich in Yousouffia sehr wohl. Ich wurde zwar generell mit einer Mischung aus Misstrauen und Freude betrachtet, was eine lustige Mischung ergibt und vorallem weibliche Einwohner h\u00e4tten mich wohl gerne zwischen goldenen Teekannen auf dem Regal stehen gehabt!<\/p>\n<p>Da ich viele \u201eSallams \u201e zu vergeben hatte, merkte ich schnell, das die Menschen hier absolut umg\u00e4ngliche Menschen sind, nur sehr zur\u00fcckhaltend Neuem gegen\u00fcber, also in diesem Fall mir. Man begegnete mir mit respektvoll k\u00fchler Distanz, aber nach einem \u201eSallam alleikuum u rahmatu ullai u barakadash\u201c (jaaa falsch geschrieben..) brach das Eis bisher in den meisten F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Auch stellte ich fest, dass vorallem M\u00e4nner auf der Strasse rumgammelten, Frauen waren nicht rar, aber man sah sie weniger.<\/p>\n<p>Marokkaner m\u00f6gen Schilder. 6 Geschwindigkeitsreduzierungen und -Erh\u00f6hungen hintereinander stehend, sind nicht un\u00fcblich.<\/p>\n<p>Mein Lieblingsschild bisher sah ich am Rande einer steinigen und enorm holpriger Sandstrasse : \u201cLimite &#8222;160&#8220; (!)<\/p>\n<p>Mittlerweile war mir vom Benzin etwas schwummrig und kotz\u00fcbel, ich dachte an mein Badezimmer und wartete auf morgen.<\/p>\n<p>In Safi wurden wir aus dem Taxi komplimentiert und fanden uns auf einem dreckigen gro\u00dfen Taxi-Platz wieder. Wir hielten uns an Iliass und ich kam mir mit meinem Rollkoffer ziemlich bescheuert oder tourim\u00e4ssig vor. Auf dem Weg zur Bus-Station wurden wir diverse Male gefragt, ob wir irgendwo hingefahren werden m\u00f6chten, ich ignorierte flei\u00dfig und bezahlte die Busfahrt.<\/p>\n<p>Wir gaben unser Gep\u00e4ck in die Obhut eines finster dreinblickenden Typen, der sich mit noch finsterer aussehenden Typen unterhielt. Befreit vom Gep\u00e4ck erkundigten wir die Stadt, besser gesagt, liefen wir einfach unserem Guide nach. Immer wieder staunend \u00fcber die vielen Menschen und T\u00e4tigkeiten und vorallem die vielen Shops, die alle das Gleiche verkaufen (Gew\u00e4nder, Schuhe, Handys, Waschmittel und davor wird Fisch gegrillt oder Fleisch&#8230; oder Autoreifen, kein schei\u00df) jetzt waren wir tief im \u201eInside of notouristwillcomehere\u201c gelandet, Links verkaufte man Handys Waschmittel und Fisch, rechts wurde gegrillt und geschimpft, von irgendwo drang Musik durch und eine Katze versuchte mit traurigen Blick bei einem Mann, der auch einen traurigen Blick hatte, etwas Fisch zu erbetteln. Oder war&#8217;s umgekehrt? Ein Hund rannte vorbei und zwei Engl\u00e4nder, dann&#8230; Momentmal 2 engl&#8230;. Schon weg. Irgendjemand zog mich am \u00c4rmel und versuchte mir Oliven und Fisch anzudrehen ,ich winkte ab und erntete den traurigen Blick der Katze von vorhin.Ich versicherte ihm in lebhafter Zeichensprache, dass sein Fisch und seine Oliven bestimmt super sind, ich nur schlicht kein Bock drauf hatte und steckte ihm heimlich 5 Diram zu.<\/p>\n<p>Ilyass mag sowas n\u00e4mlich nicht, und besch\u00fctzte bisher perfekt vor Abzockern. Ich schwitze \u00f6fters erheblich, behielt meine Jacke jedoch an, weil ich annahm, ich wirke damit breiter und autorit\u00e4rer. Half trotzdem nicht, ich w\u00fcrde im rosafarbenen T\u00fct\u00fc auch nicht weniger auffallen.<\/p>\n<p>Mir f\u00e4llt auf, dass viele junge Marrokanerinnen fiese Ausschl\u00e4ge im Gesicht haben, liegt wohl an der genauso fiesen Schminke!\u201c, findet meine Mutter.<\/p>\n<p>Nachdem wir in Safi vor unglaublicher Kulisse einen Saft an den Klippen genie\u00dfen konnten, uns durch den Markt zur\u00fcck arbeiteten, unser Gep\u00e4ck abholten (mittlerweile waren es 3 finster dreinblickende Herren und eine finster dreinblickende Dame mit ebenso finster dreinblickender Katze und ein paar sowieso finster aussehenden Kakerlaken), warteten wir auf den Bus. Hier gings ab wie auf dem Rummel, verschiedene, meist \u00e4ltere Herren schrien Ortschaften durch die wartende Menge, man plauderte, stritt, kaufte, verkaufte, chillte, rauchte, rauchte nicht, tratscht oder blickte finster zu uns r\u00fcber. Nachdem meine Stimmung schon leicht angekratzt war und ich kurz davor war, einen Helikopter zu chartern, h\u00f6rte man ein lautes:. Jallajalla!\u00a0 Bewegung kam in einen Teil der Menge, unser Bus kam! Aus und einsteigen passiert hier normal gleichzeitig, man quetscht sich hier solange bis man beim Sitz ist, obwohl dies alle so handhaben, wird man mit absolutem Unverst\u00e4ndnis und Kopfsch\u00fctteln betrachtet. Aber \u00a0sonst w\u00e4re es ja langweilig und unkompliziert! \u00a0Im Bus \u00a0miefte es schrecklich nach Schwei\u00df und ich durfte gar nicht gro\u00df pikiert sein da ich selbst wie ein Iltis roch (wie erw\u00e4hnt verzichtete ich aufs Duschen, bisher..) Im Bus war es Todes hei\u00df und extrem stickig, ich fummelte an den Kn\u00f6pfen rum, Shit! Nixolos l\u00fcftis. Wir hatten anscheinend noch nicht f\u00fcr unser Gep\u00e4ck bezahlt, weswegen Illias wieder ausstieg, um zu verhandeln. Mulmig erwartete ich, mein Gep\u00e4ck auf der Stra\u00dfe wieder zu finden, \u00a0allerdings lief alles reibungslos, bis auf \u201eSchwitz, Stink und Co.\u201c Wir fuhren los und TATTAAAA L\u00fcftung funktionierte, mir fiel der Mount Everest vom Herzen, ich muss an dieser Stelle jetzt erw\u00e4hnen, dass ich mich f\u00fcr mein Verhalten sch\u00e4mte, ich\u00a0 musste feststellen, dass ich ein total verzogener Europ\u00e4er bin. Aber zu meiner Verteidigung muss man in Marokko doch so das Eine oder Andere oder beides einstecken k\u00f6nnen. Die Kultur, die Menschen, Tiere, H\u00e4user, Lebensart sind echt der Hammer! Ich bin nur heillos \u00fcberfordert zwischen wow und eeuw. W\u00e4hrend der Busfahrt gab es noch einen Disput, welchen ich auf Anfrage gerne n\u00e4her erl\u00e4utere. Ich versuchte mich auf mein Buch zu konzentrieren, was mir schwer fiel, ich spielte mit dem Gedanken als politisch Verfolgter zu fl\u00fcchten. Der Bus rollte und einige Damen \u00fcberspr\u00fchten den Mief mit billigem Parf\u00fcm, schlagartig w\u00fcnschte ich mir den Mief zur\u00fcck. Ich dachte an einen Latte macchiato an meine PS3 und an H\u00fchner die nicht kopf\u00fcber auf der Stra\u00dfe hingen. Aufregung kam auf, anscheinend trafen wir in Essaouira ein. Hier ging alles \u00fcberraschend schnell, bis Eeva entschied den Weg in die Wohnung zu LAUFEN. Irgendwann gab ich es auf meinen Rollkoffer hinterher zuziehen, denn obwohl man hier Touristen \u00f6fters sieht, waren wir doch sehr am\u00fcsant f\u00fcr alle anderen, ich grinste innerlich. Da sass doch tast\u00e4chlich ein kleiner Mann in einem winzigen Handkarren und lacht \u00fcber mich beim Abschwitzen. Hier darf ich einschieben, dass ich mir meinen, mich st\u00e4ndig begleitenden Indiana Jones-Hut nun redlich verdient hatte, aus o.g Gr\u00fcnden. Angekommen im&#8230; Apartement, stellte ich erschrocken fest, dass die Dusche, gleichzeitig die Toilette war. Meine noch vom Bus angeschlagene Stimmung implodierte in einem Gemisch aus purem Fluchtinstinkt und &#8222;Allesistunfair\u201c-Denken. ich kriegte die Laune auch noch Stunden sp\u00e4ter nicht ganz zur\u00fcck in den Optimismus. Nach einem kurzen Imbiss zuhause, den Iliass organisiert hatte, (ich lieeebe Marokko Brot, es schmeckt besser wie jedes zuvor gegessene Brot \u00fcberhaupt,) ging es in die Stadt. Es war schon dunkel geworden, jedoch geht es dann in Marokko erst los, Hitze n stuff. Nun folgte das Realisieren, dass in Zusammenhang mit Touristen 60-90% des Marocain flairs absolut verloren gehen. Ich f\u00fchlte mich langsam von mir selbst verarscht, aber ich w\u00fcnschte mich wieder zur\u00fcck nach Yousouffia, wo das Glitzern in den Augen keine Geldgier war. Hier wird Cash gemacht. Sogar der Muezzin war nicht so cool, und das hei\u00dft was, ich mag das Rufen vom Turm wirklich sehr! Aber die dicken, doofen Touris m\u00f6gen&#8217;s &#8222;so original&#8220;, wie zwei Amis vermeldeten. Gerne h\u00e4tte ich auch was vermeldet, n\u00e4mlich dass sie keine Ahnung hatten und kam mir unglaublich wichtig vor mit meinen bisschen Insider-Experiences, aber ich hatte bisher echt was gesehen, und es war krass aber auch echt geil, man muss sich nur durchbeissen. ich hasse durchbeissen und mag&#8217;s wens nur geil ist, aber das ist Konsumdenken welches ich bis Ende Woche unbedingt in den Griff kriegen wollte, sonst w\u00fcrde ich gem\u00fctlich weiterleiden. Somit \u00fcberspringe ich auch das Schabenthema und die Tatsache wieder nicht zu duschen. Vermutlich w\u00fcrde ich wieder vom Heimfliegen tr\u00e4umen und vom Duschen.<\/p>\n<p>Ich hatte in der esten Nacht in Essaouira beschissen geschlafen, getr\u00e4umt und war beschissen aufgewacht. Nach Rumh\u00e4ngen und alles Hassen, \u00fcberzeugte ich mich doch zu duschen. Kalt. Jargh!! Danach unternahmen wir einen weiten Spaziergang \u00fcber den Strand der unglaublich lang und gross ist und sahen Unmengen von Kamelen und Pferde, auf welchen wir am besten gleichzeitig reiten soltlen. Wir ignorierten und Iliass wimmelte ab. Nun marschierten wir in zunehmender Hitze Richtung ein kleines Dorf auf einer Anh\u00f6he, in welchem Jimmy Hendrix gelebt hat. Wenn Jimi Marokko \u00fcbersteht, werde ich es wohl auch schaffen. Nachdem wir wieder zur\u00fcck im Kaff waren, pflanzte ich mich in ein Caf\u00e9, welches ich als mein neues Wochendomizil auserkoren hatte und genoss k\u00fchle Drinks w\u00e4hrend ich Douglas Adams las und rauchte wie ein Bergwerk. Pizzas in Marokko f\u00fcr Touristen sind vorallem eines, verdammt noch mal fettig! Wenn ich aber \u00fcber die vorbeiziehenden Touristen blickte, war mir alles klar&#8230; Verdammt nochmal fettig. Zu meinem Vergn\u00fcgen fanden uns die Marokkaner auch ziemlich bescheuert und fluchten gerne auf arabisch hintereinem her, w\u00e4hrend Sie sich k\u00f6stlich am\u00fcsieren. Ich verstehe auch wenn so einige der Einwohner Touristen f\u00fcr absolute Assis halten, vorallem wenn man sieht wie sie alles kriegen und man selber knapp genug zum \u00dcberleben oder gar nichts hat. Die andere Seite der M\u00fcnze. Heute wurde ich von einem kleinen alten Mann der nur noch einen Zahn hatte gefragt, ob ich denn nicht Haschisch oder Marihuana wolle, nein wolle ich nicht, antwortete ich ihm h\u00f6flich und klopfte ihm auf die d\u00fcnne Schulter, was er offenbar, trotz meiner Ablehnung seinem, in seinen Worten &#8220; Perfect offre&#8220; , gegen\u00fcber sehr sch\u00e4tzte und mich daraufhin segnete. Als ich am morgen das Haus verlie\u00df entdeckte mich ein kleiner junge und begr\u00fc\u00dfte mich so freundlich, dass ich den erfragten 1 Diram gerne rausr\u00fcckte, ich gab 5, er fragte sofort nach 10, ich grinste, klopfte ihm auf die Schulter und schickte ihn mit Jalla, jalla und einem Zwinkern weg. Er grinste zur\u00fcck, bedankte sich und rannte leichtf\u00fc\u00dfig davon. Als mich eine Katze nun auch noch bettelnd anstarrte, gab ich auch ihr 5 Diram und sie bedankte sich h\u00f6flich und fuhr auf nem Dreirad davon. Das mit der Katze ist nat\u00fcrlich gelogen, w\u00fcrde mich aber in Marokko nicht \u00fcberraschen, oder zumindest nicht mehr. Nach 3 Stunden im neuen Stranddomizil hatte ich nat\u00fcrlich den ersten Sonnenbrand, da half auch die Creme Schutzfaktor 5000 nichts mehr. Eeva meinte ich solle Heil-\u00d6l einreiben, ich meinte sie soll sich selber mit \u00d6l einreiben. Das fand sie uncharmant. Ich auch.<\/p>\n<p>Jetzt bin ich ein amerikanisches Streifenh\u00f6rnchen, Arme braun, Kopf braun, Bauch wei\u00df. Eine nervige Stimme im Kopf meint, ich solle unbedingt noch Rennen gehen und ich ignoriere die Stimme, wie einen marokkanischen Marktschreier, ziehe meinen Djallaba an, und gehe rauchen. Nach einer weiteren beschissenen Nacht mit beschissenen Tr\u00e4umen wurde ich dieses mal sanft geweckt, der Muezzin von Essaouira ist der Beste bis dato. Um 08.15 h siegte die innere Stimme und ich machte mich \u201eReady for Running!\u201c Nike plus on, headphones plugged in, Let&#8217;s Kick your Body! Die Strecke war m\u00f6rderisch hei\u00df, bereits nach 1km setzten die ersten Dehydrierungserscheinungen ein, ich trieb mich zum weiter Rennen, 2km, ich rannte vorbei an M\u00fcll, Kamelen und der Polizei, diese interessierte sich jedoch nicht f\u00fcr mich, ich mich auch nicht f\u00fcr sie, ich war damit besch\u00e4ftigt nicht zu zerfliessen. 3km, dann Beginn der Sandstrecke. Sand musste ich feststellen killt einen, trotz der H\u00e4rte des Sandes, verliert man bei jedem Schritt mehrere Zentimeter. Meine Beinmuskulatur begann Notfallsignale abzusetzen. 4km sprach die Stimme in mein Ohr, normalerweise h\u00f6rt mein Training in dem Bereich auf. Ich musste Unmengen an Wasser verlieren, mein ganzer K\u00f6rper war klatschnass und mir war katastrophal schwindelig. 5km, Gedanken inaktiv, Ziel wieder vor Augen, Niagaraf\u00e4lle im Gesicht, 6km, Einsetzen von Verzweiflungsrufen im Gehirn zum stoppen, gleich geschafft, ich sah unser Haus auftauchen. Buff 6,78 km in 49 Minuten. Ich ignorierte den Vermerk 568 km, mit der Sandstrecke m\u00fcssten es um die 1000 gewesen sein, nicht zu vergessen die 25 Liter Wasser. Nach Dusche und Rehydration sass ich wieder in mein Domizil am Strand und beschloss an diesem Tag da nicht mehr aufstehen. Ich \u00e4rgerte mich t\u00f6dlich dass der Penner keine Zigaretten mehr hatte, war vielleicht aber auch besser so. Was nun folgte war \u00f6de. Wir waren am Strand, liefen viel ich rannte viel, bis zu 8 km, und gammelten im Stranddomizil rum. Da ich noch mein Schatz beschenken wollte, gingen wir heute mit Miloud, und seiner Verlobten in die Medina, Miloud, kennt hier alles und jeden, darum bezahlte man knapp die H\u00e4lfte. Da die beiden keine Zeit hatten, sprinteten wir \u00fcber den Markt als h\u00e4tten wir ernsthafte Probleme mit der Polizei und m\u00fcssten daher untertauchen. Ich nahm mir im Shop jedoch jede Menge Zeit und fand auch was. Versuche mal \u00a0mit 2 Marokkanern und einer Frau inklusive deiner Mutter, etwas optisch hei\u00dfes f\u00fcr deine Freundin zu finden, w\u00e4hrend die eben Aufgez\u00e4hlten \u00fcber den Preis verhandeln und man zus\u00e4tzlich vom Shop Eigenst\u00fcmer inklusive seiner 4 T\u00f6chter angestarrt wird. Ich fand.<\/p>\n<p>Am Strand kurz abgezockt aber gl\u00fccklich, sass ich wieder im Domizil. Der Indiana Jones Hut hatte sich mittlerweile mit meinem Kopf perfekt angefreundet, abends gingen die beiden gerne auf die Piste und besoffen sich. Somit blieb er mir w\u00e4hrend des Pferderitts, was nicht \u00fcberraschend war, und der Quad-Fahrt, was \u00fcberraschend war, treu auf dem Kopf. Mein Pferd, Sidal, war ne lahme Nuss und blieb trotz meines professionellen in die Lenden Kicken gelegentlich stehen, um auszuruhen. Ich glaube, wenn man mir in die Lenden kickt, w\u00fcrde ich auch stehen bleiben und ausruhen. Die Steuerung des Ger\u00e4ts jedoch war h\u00f6chst sensibel, bereits leichtes Ziehen am Z\u00fcgel verursacht links gezogen eine Links-Kurve und rechts gezogen eine Rechts-Kurve, logisch irgendwie. Ich \u201eJalla\u201cte das Pferd gelegentlich und es zeigte sich nicht im Geringsten beeindruckt. Typisches marokkanisches Pferd halt (mit typischem Europ\u00e4er als Reiter,halt. Anmerk.der Red.). Auf dem R\u00fcckritt war Sidal wesentlich motivierter und als der Besitzer, Said, sich mit dem Stock n\u00e4herte, galoppierte das Mistpferd pl\u00f6tzlich los, ich z\u00fcgelte und \u201ebrrr\u201cte, und mir wiederfuhr, wieso oft, marrokanische Gelassenheit. Als ich die 1 Ps starke Maschine zum Stillstand brachte, stieg ich genau so professionell ab, wie ich vorhin aufstieg, dies keinesfalls ironisch gemeint, ich erhielt f\u00fcr auf wie Abstieg sehr anerkennende Blicke, auch f\u00fcr meinen Sitz im Sattel wurde ich ehrlich gelobt. Ich habe auch genug Clint Eastwood gesehen um dies korrekt in die Tat umzusetzen. Da ich zuwenig Zeit hatte mich mit dem Pferd anzufreunden, verzichtete ich auf Kabriolen, genausowenig hatte ich Lust vom Pferd aus im Sand zu landen, oder ein marokkanisches Spital von innen zu sehen.<\/p>\n<p>&#8222;Eine Spritze 500 Diram!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;500 Diram??? Ich geb dir 300 und du machst die lebensrettende Wirbels\u00e4ulen-Operation.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;300? F\u00fcr Beides? Jallah, 800 f\u00fcr Spritze, Operation und ein Sack Couscous!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Oke schukran!&#8220;<\/p>\n<p>Das Quad zeigte sich bez\u00fcglich Wendigkeit, Geschwindigkeitsregulierung und gelegentlichen Pausen wesentlich verhandlungsbereiter. Ich raste wie ein total bekloppter Idiot den Strand auf und ab und verscheuchte \u00a0M\u00f6venschw\u00e4rme, Esel und Marokkaner. Dieses Ding hatte tierisch Power unter der Haube und lie\u00df sich auch m\u00fchelos durch unebenes Gel\u00e4nde navigieren. Hoher Spass und Beklopptheitsfaktor\u00a0 garantiert! Auf dem R\u00fcckweg verarschte ich noch den Kameltreiber und versicherte ihm morgen wieder zu kommen um auf Cappuccino zu reiten, leider reisten wir dann morgen um halb 5 in der Fr\u00fche ab. Selbstverst\u00e0ndlich lernte ich noch einen Haufen junger Marokkaner kennen, die mich zum Party-Machen am Strand einluden. Ich ging nicht, bedankte mich aber herzlich f\u00fcr die Einladung und r\u00fcstete die Jungs mit Zigarretten aus. Armer Sahib, hatte vergeblich auf mich gewartet&#8230; Leicht schlechtes Gewissen f\u00fchlend, ging ich rauchen. Um in Marrakesh morgen auch ordentlich abgezockt zu werden, r\u00fcstete ich mich an einem Bankomat ein hoffentlich letzes Mal mit MAD aus. Der Bankomat gab mir sogar die Auswahl in deutscher Sprache, die ich nat\u00fcrlich w\u00e4hlte. Freundlich wurde ich gebeten: Bitte momenten Sie sich einen Geduld!\u201c\u00a0 \u00dcbersetzer? Wir haben ordentlich gelacht!<\/p>\n<p>Der letzte Morgen, hjjargh. 04.45 bimmeldingel! Ich hatte nonstop den Traum das Flugzeug zu verpassen. Ich erwachte, nennen wir es zerknittert, ich habe satte 2 Stunden gepennt, ging ein letztes Mal in die miese Dusche und rauchte die letzte Marlboro auf der Dachterrasse. Begleitet von wehm\u00fctigen Gebeten des 05.00h Aufrufs des Muezzin machten wir uns durch die ausgestorbene Stadt auf den Weg zum Busbahnhof! Da sass ich dann eingeklemmt zwischen einem komisch muffelnden Mann und Leuten die nonstop ihre verdammten Sitze vor und zur\u00fcckschieben mussten. Ich hasse Kinder in Bussen. H\u00e4ssliche Gedanken tauchten auf, wie: \u201eIch k\u00f6nnte ja aus Spass seinen Vater mit Eiern bewerfen, leider habe ich keine Werfbaren dabei. &#8230;Vielleicht kann ich beim n\u00e4chsten Stopp ja welche organisieren&#8230;\u201c\u00a0 Auf der n\u00e4chsten Reise, war mir klar, w\u00fcrde ich auf jeden Fall mehr zur Verteidigung der Privatsph\u00e4re einpacken.<\/p>\n<p>Mit starken Kopfschmerzen und ohne Zigaretten kam ich in Marakesh an, wo uns ein kleiner Taxi Fahrer gem\u00fctlich abzocken wollte, wir zahlten jedoch wie am Anfang vereinbart und lie\u00dfen ihn fluchend davon fahren. Nach kurzem Break ging&#8217;s auf den ber\u00fchmten Platz in Marakesh, dessen Name ich in der gleichen Sekunde vergessen habe, in der man ihn mir gesagt hat. Da ich reisebedingt wieder fiese Kopfschmerzen hatte, war der Platz der blanke Horror, die Menschen darauf versuchten sich mit den typisch arabischen Tr\u00f6ten gegenseitig zu \u00fcberkreischen. Ich stellte mit vor die jeweiligen Tr\u00f6ten in die H\u00e4lse der jeweiligen Spieler zu stecken, allerdings wollte ich mich keinesfalls mit den bedrohlich vor den Tr\u00f6ten t\u00e4nzelnden Kobras anlegen. Der Souk, ist der Hammer! Tief durch das Innere der Stadt schl\u00e4ngelt sich ein Markt der sich sehen lassen kann! Da das Ganze so halbwegs \u00fcberdacht ist kommt eine zugleich k\u00fchle wie mysteri\u00f6se Stimmung auf. W\u00e4hrend man sich durch die dicht aneinander gereihten St\u00e4nden und L\u00e4den gafft und staubt, pfeiffen versteckt im Nirgendwo irgendwelche Singv\u00f6gel und man wird gelegentlich von durch die Menge r\u00f6hrenden Mofas angerempelt, meist besetzt mit 3-4 Personen 4 Katzen und einem Esel. Nachdem wir auch diesen Ausflug erfolgreich beendeten ging es zur\u00fcck an den Flughafen Menara-Marakesh. Rauchend stellte ich mich neben einen im Boden eingelassenen Aschenbecher und wurde von zwei Polizisten darauf hingewiesen, dass dies kein Raucherplatz sei und ich mich doch Bitte einen Meter weiter zu diesem im Boden eingelassenen Aschenbecher \u201ejalla\u201cen solle. Dank speedy boarding schnell abgecheckt sa\u00dfen wir samt Whskey \u201eBlack Label\u201c und einer Gruppe total aufgestellten jungen Frauen, welche gerade durch die W\u00fcste marschiert waren und Fotos gemacht hatten und per I-Pad pr\u00e4sentierten, bei denen meine Fotos direkt abstinken konnten! Wir tauschten Kontaktdaten.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in der Schweiz, auf dem Flughafen Basel wurden wir im Flugzeug begr\u00fcsst mit den Worten: \u201eWelcome to Marakesh!\u201c Die Passagiere guckten sich zuerst ratlos an und brachen dann in Gel\u00e4chter aus. Bei der Passkontrolle wurde ich vom gleichen Z\u00f6llner angemeckert, wie schon beim Hinflug, der arme Kerl hatte ohne Sonne die Woche in seinem Schalterchen verbracht und seinen Frust unbedingt an jemanden abladen m\u00fcssen! Habe mich nur ganz kurz aufgeregt. Gl\u00fccklich und vom Duty free Schnaps und der H\u00f6he leicht beduselt kamen wir schlie\u00dflich in Rheinfelden an. Ob ich wieder nach Marokko gehe? Inshalla&#8230;.!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Reisebericht enstand aus dem Verarbeitungsprozess meines Sohnes Janne Wetzel w\u00e4hrend einer gemeinsamen Woche in Marokko! Viel Vergn\u00fcgen! Sch\u00e4m taman oder Hasab \u00a0Hafak? Nach nun dem 3. Tag in Marokko und der \u00dcberwindung von etwa 126 (!) 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