{"id":181,"date":"2011-07-18T13:03:08","date_gmt":"2011-07-18T11:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.szeszak.ch\/wordpress\/?p=181"},"modified":"2011-07-18T18:25:36","modified_gmt":"2011-07-18T16:25:36","slug":"gedanken-uber-globales-fuhlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.szeszak.ch\/?p=181","title":{"rendered":"Gedanken \u00fcber globales F\u00fchlen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/alte-t\u00fcre-e1311006257913.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-182\" title=\"gedanken \u00fcber globales F\u00fchlen\" src=\"https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/alte-t\u00fcre-225x300.jpg\" alt=\"alte t\u00fcre\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich bin wieder hier, zur\u00fcck nach drei Monaten Marokko! Zuerst f\u00fchle ich keinerlei Andock-Schwierigkeiten, ich bin zuhause, normal.<br \/>\nEinziges Anklimatisierungsproblem zeigt sich beim Rausgehen!<br \/>\nGeht noch nicht. Langsam und schnell zu gleich vergehen die Tage, Zeit ist unwichtig, ich tr\u00e4ume. Oder besser, es tr\u00e4umt mich.<br \/>\nAlles scheint wie immer, wird aber immer wieder durchzogen mit gl\u00e4nzenden F\u00e4den von Erinnerung an eine Welt der Ger\u00fcche, Ger\u00e4usche, Szenerien, die so ganz anders wie die unsere ist.<!--more--> Mein Sohn hatte so treffend seinen Kulturschock in Marokko niedergeschrieben und die \u00dcberwindung des selben durch Begreifen, dass die Leute da auch gl\u00fccklich sind und einfach leben. Und vor allem dass er sich anders einstellen muss, auf die Landesfrequenz quasi, um ebenfalls gl\u00fccklich zu sein.<br \/>\nF\u00fcr mich stellt sich nun aber eher die Frage, wie richte ich mich wieder nach hier aus. Mit dem Schatz an Gesehenem und Erfahrenem hat sich die innere Sicht ver\u00e4ndert. Nur kurze drei Monate bin ich eingetaucht in ein anderes Zeitempfinden, eines \u201eWay of\u201cs , welches ich immer noch nicht durchleuchtet habe. Nicht dass ich unter Ungeduld gelitten h\u00e4tte, da war eher immer wieder bares Erstaunen, wie die Dinge laufen und abgewickelt werden. Die arabische Sprache zum Beispiel liest sich von rechts nach links, B\u00fccher \u00f6ffnen sich folgerichtig von links nach rechts, Silben in einem Wort sind zweit oder schlussbetont, ein wichtiges Gespr\u00e4ch zweier Gesch\u00e4ftspartner beginnt mit dem f\u00fcr uns 2. Teil, dem weniger wichtigen Teil des Inhalts. Alles scheint umgekehrt. Marokanische Kinder m\u00fcssen \u00fcbrigens in der Schule relativ fr\u00fch zum Arabischen hin auch noch franz\u00f6sisch lernen mit entsprechend anderer Schrift und entgegengesetzter Schreibweise. Im Gegensatz dazu lernen wir hier unsere Landersprache \u201efranz\u00f6sisch\u201c eher sehr sp\u00e4t . Und sicher nicht in anderen Schriftzeichen!<\/p>\n<p>Drei Monate in Marokko um nur einen winzigen Teil all dieser Eigenarten zu verstehen. Aber auch um zu ahnen, wie Menschen sich f\u00fchlen, die aus einem komplett anderen Umfeld zu uns in die Schweiz kommen um hier ein neues Leben an zu fangen, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer. Dieses Recht haben wir hier in Europa jederzeit und nutzen es auch. Ich habe einige Auswanderer aus Europa in Marokko angetroffen, es wird allerdings ein anderer Standard gelebt, man kommt ja aus Europa!<br \/>\nDie Zusammenh\u00e4nge und Gr\u00fcnde, warum so viele Menschen von zu nehmend arabischen L\u00e4ndern in die Schweiz einwandern, sollten dringend und ohne Schuldzuweisung oder Fremdenangst beleuchtet und begriffen werden. Auch und vor allem in unseren Schulen. Die fremde Kultur sollte thematisch behandelt und unsere Leute hier entsprechend geschult werden, um das Verst\u00e4ndnis durch mitf\u00fchlende Begleitung auf beiden Seiten zu st\u00e4rken. Mein Vorschlag w\u00e4re, alle Lehrpersonen obligatorisch in die Herkunftsl\u00e4nder ihres jungen Klientels und deren Familien zu schicken. Nur f\u00fcr ein paar Monate. Statt hier arrogant auf bedingungslose Assimilation zu pochen. Wir meinen, wir w\u00fcrden hier global denken und handeln, tun es aber nur scheinhalber, ohne wirklichen Rechte, wir lassen uns wie Marionetten spielen von einem wirtschaftsorientierten, menschenignorierenden System, dessen Informationen und Gesetzen wir immer noch blind vertrauen. Wir lassen uns emotional aufw\u00fchlen und einlullen, wie es grade wichtig ist, damit alle weiterhin im Wohlstand suhlen, was auch immer \u201ealle\u201c f\u00fcr den einzelnen bedeuten mag&#8230;<br \/>\nIn Marokko gibt man sich bei der Begr\u00fcssung die Hand, um gleich danach mit der Handinnenfl\u00e4che sein Herz kurz zu ber\u00fchren. Finde ich gut. Sollten wir sofort \u00fcbernehmen. Die marokanischen Kinder haben auf die Frage wo Hass im K\u00f6rper angesiedelt ist, auf den Kopf getippt und bei der Frage, wo wohl die Liebe und Freundschaft sich physisch befinden m\u00f6gen, ans Herz.<br \/>\nW\u00e4re sch\u00f6n, wenn die Beiden, Kopf und Herz wieder richtig gleichberechtigt zusammenarbeiten k\u00f6nnten. Herz denkt und f\u00fchlt n\u00e4mlich global. Fragt mal in der Neuro-Kardiologie nach, eher ein neuer wissenschaftlicher Zweig, aber, die Entdeckungen sind bahnbrechend, w\u00fcrden sie voll angenommen, m\u00fcsste sich die ganze Gesellschaft rapide schnell \u00e4ndern!<br \/>\nSchliesslich will keiner eine Batterie f\u00fcr ein seelenfressendes System sein, unsere Energien sollen in ein anderes einfliessen: In ein System der Indiviudalit\u00e4t und der Bewusstseinsentwicklung, der\u00a0 Liebe und der F\u00fcrsorge f\u00fcr alles Lebendige. Und dies nicht nur innerhalb unserer Grenzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin wieder hier, zur\u00fcck nach drei Monaten Marokko! Zuerst f\u00fchle ich keinerlei Andock-Schwierigkeiten, ich bin zuhause, normal. Einziges Anklimatisierungsproblem zeigt sich beim Rausgehen! Geht noch nicht. Langsam und schnell zu gleich vergehen die Tage, Zeit ist unwichtig, ich tr\u00e4ume. Oder besser, es tr\u00e4umt mich. 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