{"id":201,"date":"2013-03-14T22:55:24","date_gmt":"2013-03-14T20:55:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.szeszak.ch\/wordpress\/?p=201"},"modified":"2013-05-09T16:33:09","modified_gmt":"2013-05-09T14:33:09","slug":"die-heutige-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.szeszak.ch\/?p=201","title":{"rendered":"die heutige Jugend"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.szeszak.ch\/?attachment_id=202\" rel=\"attachment wp-att-202\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-202\" alt=\"pfoten-der-wahrnehmung-katzengang\" src=\"https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/pfoten-der-wahrnehmung-katzengang-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/pfoten-der-wahrnehmung-katzengang-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.szeszak.ch\/wp-content\/uploads\/pfoten-der-wahrnehmung-katzengang.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schon vor zweitausend Jahren hat der ber\u00fchmte griechische Philosoph Sokrates bem\u00e4ngelt, dass die Sprache der Jugend immer wie verwerflicher und ihr Handeln immer wie unkultivierter werde. Heute t\u00f6nt es nicht viel anders.<br \/>\nIch habe neulich irgendwo aus der Fachwelt f\u00fcr Bildung und Erziehung gelesen, dass das eigentlich vollkommen logisch sei, dass eine steigende Anzahl von Sch\u00fcler im Unterricht heute deswegen so unkonzentriert sei, weil sie sich in ihrer Freizeit sehr h\u00e4ufig mit elektronischen Spielen bet\u00e4tigen w\u00fcrde. Diese seien normalerweise sehr adrenalinausstossf\u00f6rdernd und w\u00fcrden h\u00f6chste Konzentration und Schnelligkeit erfordern, was dann bei den Kids bewirken w\u00fcrde, dass sie in der Schule gewissermassen auf \u201eEntspannungs\u201c-Modus schalten t\u00e4ten und dies \u00e4ussere sich, je nach Typ entweder durch Tr\u00e4gheit oder Hyperaktivit\u00e4t, aufjedenfall NICHT auf den Unterricht konzentriert.<br \/>\nDas t\u00f6nt logisch. Ich bin selbst seit dreissig Jahren als Lehrperson im Schulwesen, und seit 12 Jahren als Theaterp\u00e4dogin t\u00e4tig und kann wesentliche Ver\u00e4nderungen bei den Kindern erkennen und best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>In Lehrerkreisen ist man in der Tat \u00f6fters stark verunsichert, weil diverse Ph\u00e4nomene zunehmen, wie lethargisches Desinteresse, Sprachschwierigkeiten, assoziales, rebellisches Verhalten, unkonzentrierte Nervosit\u00e4t, etc.<br \/>\n.<br \/>\nUm hier kurz f\u00fcr das Kind Partei zu nehmen: Warum erfindet die Erwachsenenwelt solch enorm spannenden Instrumente, wenn sie nachher nicht mit den Folgen und Ver\u00e4nderungen im Alltag umgehen kann? Computer,Mobile, I-Phone, st\u00e4ndige Internetverbindung, Kriegs-, Strategie-, Abenteuer-Games, etc. ziehen heutzutage enorme Aufmerksamkeitsenergien ab, die fehlen dann in der Schule.<br \/>\nDie Frage ist, ob diese Folgen radikal bek\u00e4mpft werden m\u00fcssen? Vielleicht damit alles bei einem Alten bleibt, welches schon l\u00e4ngst nicht mehr funktionieren kann, weil das Umfeld sich ebenfalls radikal ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Ein indianisches Sprichwort sagt: \u201eEin totes Pferd kann man nicht mehr reiten.\u201c Genau das scheint man aber zur Zeit zu versuchen.<br \/>\nAls ob man die Geister, die man gerufen hat, auf herk\u00f6mmliche Weise wieder weiss der Teufel wohin zur\u00fcckschicken wolle.<br \/>\nDamit das nach der Meinung von ganz \u201eOben\u201c (wovon auch niemand genau weiss, wo das ist), klappt, wird versucht mit Einengung, Straf- und medizinischen Massnahmen dagegen vorzugehen.<br \/>\nDie Konsumation von Medikamenten, welche Kinder zur Ruhe und Konzentration bringen sollen, hat in enormen Masse zugenommen. Sicher, man sagt, dass diese Psychopharmaka Einigen segensreich geholfen haben sollen. Man h\u00f6rt aber auch, dass Empathie und Mitgef\u00fchl dadurch ebenfalls abnehmen k\u00f6nnen.<br \/>\nM\u00fcssen die Sch\u00fclerInnen sich um jeden Preis einer Wirtschaft anpassen, die ohnehin nicht das Wohl aller Menschen im Visier hat, sondern die Bereicherung und die Sicherung des Wohlstands einiger weniger?<\/p>\n<p>Um Einstein zu zitieren:<br \/>\n\u201eWir k\u00f6nnen unsere Probleme nicht mit den selbem Gedanken l\u00f6sen, mit denen wir sie geschaffen haben!\u201c<br \/>\nDas Gesetz des St\u00e4rkeren muss einem Gesetz der St\u00e4rkung jedes einzelnen Individuums weichen. Die Kette ist immer so stark, wie ihr schw\u00e4chstes Glied&#8230;<br \/>\nDas w\u00fcrde auch bedeuten, dass wir uns nicht mehr gezwungenermassen unterordnen, sondern freiwillig einordnen.<br \/>\nDie Schwierigkeit dabei ist, dass die meisten Menschen M\u00fche haben, ihrem Mitmenschen zu vertrauen und darum auch nicht daran glauben, dass eine Gesellschaft der Freiwilligkeit, ohne \u00dcberlebensdruck und Wettbewerb den n\u00f6tigen Antrieb\u00a0 h\u00e4tte und die Gesellschaft darum in der Tr\u00e4gheit und somit im Chaos versinken w\u00fcrde.<br \/>\nBei einer Umfrage zum Thema \u201eGrundeinkommen\u201c in einigen Schweizer St\u00e4dten haben zur Frage, was sie denken, was die anderen Leute mit einem Grundeinkommen machen t\u00e4ten, 80% der Befragten geantwortet, sie w\u00fcrden nicht dran glauben, dass das funktionieren k\u00f6nne, weil dann ja fast keiner mehr arbeiten gehen w\u00fcrde.<br \/>\nAls man sie aber fragte, was sie selber dann tun w\u00fcrden, haben fast ebenso viele Befragten ausgesagt, sie w\u00fcrden auf jeden fall weiterarbeiten, vielleicht nicht mehr so viel, oder was anderes.<br \/>\nDas zeigt eigentlich deutlich auf, wie wir unsere Mitmenschen sehen, n\u00e4mlich weniger t\u00fcchtig und getrennt von uns. Wettbewerb und Konkurrenz verbauen uns die Sicht auf unsere naturgegebenen menschlichen Anlagen, wie Empathie, Geselligkeit, Freude und Lust am Lernen und Arbeiten mit Anderen oder alleine, oder beides.<br \/>\nDie jetzigen Eigenschaften der Gesellschaft wie Abgrenzung, Ellbogenehrgeiz, Gedankenlosigkeit der Umwelt gegen\u00fcber, Krieg und Hungernlassen von Millionen scheinen mir nicht ein Zeichen von hoher kultureller Entwicklung zu sein, sondern eher das Ergebnis einer Gesellschaft, die sich der Maximierung von Stammhirneigenschaften verpflichtet hat.<br \/>\nWas genau ist also so falsch an den heutigen Jugendlichen? Sie orientieren sich doch nur an dem was die Gesellschaft auch tut.<br \/>\nBrot und Spiele, wie gehabt.<br \/>\nSich dar\u00fcber aufzuregen, ist entweder Scheuklappenmentalit\u00e4t oder Heuchelei. Punkt.<br \/>\nDer Schlusssatz kommt von Tolstoi:<br \/>\n\u201eAlle wollen die Welt ver\u00e4ndern, aber keiner will sich selbst ver\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon vor zweitausend Jahren hat der ber\u00fchmte griechische Philosoph Sokrates bem\u00e4ngelt, dass die Sprache der Jugend immer wie verwerflicher und ihr Handeln immer wie unkultivierter werde. Heute t\u00f6nt es nicht viel anders. 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